Wenn etwas wieder Wurzeln fasst

Ein Gedicht von Claudia Behrndt
Ich sitz bei der Pflanze still,
sie wirkt erschöpft, doch nicht verlor´n.
Und spüre tief, was wachsen will,
als wär in mir ein Keim gebor´n.

Die Pflanze und auch ich zugleich,
wir brauchen Wärme, Zeit und Licht.
Durch gute Pflege werden reich
die Kräfte, die man lange bricht.

Die alten Tränen trocknen sacht,
der Schmerz vergeht im Morgenwind.
Ein leiser Mut in mir erwacht,
weil neue Wege möglich sind.

Drum reich mir deine Hand zum Gehn,
ich nehme sie und geh ein Stück.
Gemeinsam werden wir bestehn
und finden Schritt für Schritt zurück.

Und wenn der neue Morgen lacht,
verliert die Nacht ihr altes Kleid.
Was still in uns die Wurzel macht,
trägt Blüten in die neue Zeit.

Was lange tief verborgen lag,
hat endlich wieder Raum und Sicht.
Und Schritt für Schritt wird jeder Tag
vom kleinen Funken Zuversicht.

© Claudia Behrndt
´2002 / neu überarbeitet ´2026

Informationen zum Gedicht: Wenn etwas wieder Wurzeln fasst

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18.01.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Claudia Behrndt) für private und kommerzielle Zwecke frei verwendet werden.