Wenn etwas wieder Wurzeln fasst
Ein Gedicht von
Claudia Behrndt
Ich sitze bei einer Pflanze still,
sie wirkt erschöpft, doch nicht verloren.
Ich spüre, dass auch ich wachsen will,
als wäre in mir ein Keim geboren.
Die Pflanze und ich – ein Gleichgewicht,
wir brauchen Wärme, Zeit und Licht.
Und wenn uns jemand Pflege schenkt,
dann blühen wir, ganz sacht und schlicht.
Die alten Tränen trocknen sacht,
der Schmerz war schwer, doch nicht für immer.
Ein leiser Mut in mir erwacht
und nimmt den Schatten ihre Zimmer.
Drum reich mir deine Hand – ich nehm
sie dankbar an, Schritt für Schritt fort.
Gemeinsam finden wir ein System
und stellen unser Leben neu ins Lot.
© Claudia Behrndt
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