Welttag des Buches

Ein Gedicht von Sonja Dworzak
Es gibt Tage, die sprechen leise
und tragen ihre Worte auf Reise
durch Seiten, die man nicht nur liest,
sondern fühlt, wenn Stille fließt.

Heute ist so einer - ganz sacht,
ein Tag, der zwischen Zeilen erwacht,
wo Gedanken barfuß gehen
und sich selbst im Echo sehen.

Ich suchte lang nach einem Wort
für dieses Ziehen, hier und dort.,
zwischen Fernweh und dem Bleiben,
zwischen Gehen und dem Schreiben

und dann stand es plötzlich da
still, als wär es immer nah
in einem Satz, der mich verstnd
wie eine leise, warme Hand.

Bücher sind wie Menschen manchmal
kennen dich ganz ohne Schall
wissen Dinge, tief versteckt,
die kein Spiegel je entdeckt.

Sie legen dir in dunkler Nacht
Worte hin, ganz sacht, ganz sacht
kleine Steine, warm und klar
flüstern leise: "Du bist da",

und auf einmal, fast wie Licht
spricht das Unsagbare - spricht
findet Stimmen, findet Sinn
trägt dich wieder zu dir hin.

Vielleicht ist das auch schon genug
dieser leise Wortversuch,
dass ein Satz dich wiederfindet,
wenn dein ICH im Dunkeln schwindet.

Informationen zum Gedicht: Welttag des Buches

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23.04.2026
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