Welt.Poetry.Day
Ein Gedicht von
Sonja Dworzak
Wir Dichter, wir können im Stillen lang sitzen,
und kommen beim Reimen ins innerlich Schwitzen,
wenn Vers über Vers mit Herzblut geschrieben,
dann hinaus ins weite World Web getrieben
uns den Applaus untergräbt.
Wie sollen wir dann Inspiration noch haben?
Von Euterpe beschützt und mit Gaben beschenkt,
die sie mit der Feder durch Verszeilen lenkt,
so wie der Wind sanft das Blätterwerk streift
auch in unserer Kammer die Lyrik reift.
Und doch ist der Lohn für Gedichte ein Hohn
die Gunst steht erhellt vor Tiktoks Thron,
wo Dummheit beseelt hinauf und hinunter
Videoclips und Emojis belohnt ganz munter.
Wir Dichter wollen die Lyrik heut feiern
Mit Wein, Genuss und viel Freude entschleiern
Den Staub, der über Gedichte gelegt,
durch uns jedoch beharrlich hinweggefegt.
Natürlich - auch wir werden irgendwann sterben,
Ich glaub nicht , dass KI wird uns völlig beerben.
Denn Gefühlen in Versen Worte zu geben
Wird manch einer Seele die Wehmut aufheben.
SDR
Das könnte Sie auch interessieren