Was wir auch tun

Ein Gedicht von Birgit Klingebeil
Der Stein zerbricht an kalten Tagen,
wo einst ein stolzes Dach sich hob.
Nur Wind hört noch das leise Klagen,
das durch die leeren Fenster wob.

Wo Schritte einst den Boden ehrten,
regiert nun Schweigen und Zerfall.
Die Jahre, die das Glück verzehrten,
hinterlassen nur den hohlen Schall.

Der Efeu frisst die grauen Mauern,
die Pracht von einst ist längst dahin.
In Rissen wohnt ein tiefes Trauern,
verschwunden ist der stolze Sinn.

Ein leises Echo schwebt in Fluren,
der Wind verweht, was wir gebaut.
Verblasst sind längst die alten Spuren,
dem Schweigen wird nun anvertraut.

Die Uhr schlägt still in leeren Räumen,
das Gestern wird zum fernen Grab.
Wir wandeln nur in kurzen Träumen,
bis uns die Nacht den Frieden gab.

Der Sand zerrinnt in kalten Händen,
kein Augenblick hält jemals stand.
Was wir auch tun, wie wir uns wenden,
die Zeit zieht fest ihr dunkles Band.



© Birgit Klingebeil
[03/2026]

Informationen zum Gedicht: Was wir auch tun

12.10.2026
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