Was weiterzieht

Ein Gedicht von Chandrika Wolkenstein
Die Distel öffnet ihre Hände,
gibt ihre Samen in den Wind.
Im letzten Licht vorm Sommerende
zeigt sich, wie leicht die Samen sind.

Was sie dem kargen Grund entrungen,
zieht lautlos über Stoppelland.
Ein ganzes Jahr, vom Wind umschlungen,
liegt nun in keiner festen Hand.

Bald wird der Regen sie beschweren.
Ihr feines Weiß zerfällt auf Stein.
Was bleibt, wird sich im Dunkeln nähren
und eines Tages dornig sein.

Informationen zum Gedicht: Was weiterzieht

14.10.2026
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