Was mir bleibt im dunklen Zustand

Ein Gedicht von Lewin Dunkel
Was mir bleibt im dunklen Zustand
(Ein Kapitel über das leise Weitergehen)
Was gibt mir mein Leben bei meiner depressiven Erkrankung

Es gibt mir nicht viel, und doch etwas.

Es gibt mir den Morgen, auch wenn er schwer ist.

Es gibt mir den Atem, auch wenn er flach bleibt.

Es gibt mir die Möglichkeit, einen weiteren Tag zu sehen,
selbst wenn ich ihn nicht fühle.

Es gibt mir die kleinen Bewegungen, die nicht verschwinden,
auch wenn die großen zu weit weg liegen.

Mein Leben gibt mir die Stille,
die nicht angenehm ist,
aber ehrlich.

Es gibt mir die Nacht,
die mich nicht fragt,
sondern einfach da ist.

Es gibt mir die Zeit,
die sich nicht beschleunigen lässt,
auch wenn ich sie nicht halten kann.

Mein Leben gibt mir Menschen,
nicht als Lösung,
sondern als leise Anwesenheit.

Es gibt mir Worte,
die nicht heilen,
aber ordnen.

Es gibt mir Gedanken,
die nicht leicht sind,
aber zeigen, dass ich noch denke.

Mein Leben gibt mir die Möglichkeit,
nicht zu verschwinden.

Es gibt mir die Chance,
auch im Dunkeln eine Linie zu ziehen,
die mich durch den Tag bringt.

Es gibt mir die Erinnerung daran,
dass ich schon andere Nächte überstanden habe,
auch wenn ich sie nicht mehr spüre.

Mein Leben gibt mir die Fähigkeit,
mich zu bewegen,
auch wenn der Antrieb fehlt.

Es gibt mir den Körper,
der müde ist,
aber bleibt.

Es gibt mir die Welt,
die nicht heller wird,
aber weiter.

Mein Leben gibt mir die Möglichkeit,
nicht perfekt zu sein.

Es gibt mir die Erlaubnis,
langsam zu sein.

Es gibt mir die Freiheit,
nicht alles zu müssen.

Es gibt mir den Raum,
in dem ich existiere,
auch wenn ich ihn nicht füllen kann.

Mein Leben gibt mir die Zukunft,
nicht als Versprechen,
sondern als Richtung.

Es gibt mir den nächsten Schritt,
auch wenn ich ihn nicht will.

Es gibt mir die Wahl,
nicht aufzugeben,
auch wenn ich es denke.

Und manchmal,
selten,
aber wirklich,
gibt mir mein Leben einen Moment,
der nicht schwer ist.

Einen Atemzug,
der nicht brennt.

Einen Gedanken,
der nicht stürzt.

Einen Blick,
der nicht schmerzt.

Diese Momente sind klein,
aber sie sind da.

Und sie reichen,
um weiterzugehen,
nicht aus Stärke,
sondern aus Möglichkeit.

Informationen zum Gedicht: Was mir bleibt im dunklen Zustand

20.09.2026
4 mal gelesen
Danke für deine Rückmeldung.
Dieses Gedicht hat 0 Leser gefallen und 0 Leser berührt.
Das Gedicht darf weder kopiert noch veröffentlicht werden.