Was bleibt, wenn niemand antwortet

Ein Gedicht von Robert Späth
Ich wache auf,
weil mein Körper glaubt,
du wärst noch da.
Meine Hand greift ins Leere
und bleibt dort liegen,
als hätte sie den Mut verloren,
zurückzukehren.

Der Raum fängt die Stille ein.
Alles steht so,
wie du es verlassen hast,
genau das zerreißt mich.
Nichts widerspricht mir,
nicht einmal die Zeit.

Ich gehe durch den Tag
wie durch knietiefes Wasser.
Jeder Schritt kostet,
jeder Blick schmerzt,
weil selbst Fremde
etwas tragen,
das mir genommen wurde.

Abends schreit die Stille.
Sie wirft deinen Namen
gegen die Wände,
immer wieder,
bis selbst das Echo müde wird.

Ich liege wach
und zähle nicht die Stunden,
sondern die Versionen von mir,
die mit dir existiert haben.
Keine davon antwortet.

Informationen zum Gedicht: Was bleibt, wenn niemand antwortet

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04.01.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Robert Späth) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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