Warum der Mensch zum Wellness geht
Ein Gedicht von
Sonja Dworzak
Ein Mensch, der Mühen abgespannt,
fuhr jüngst ins schöne Wellnessland.
Er wollte sich dort gut erholen,
auf leis’ beschuhten Schlappensohlen.
Zuerst begab er sich im Nu
der Sauna heiter-heißer Zu.
Er schwitzte tief und schnaufte schwer,
als ob es eine Strafe wär’.
Doch als der Aufguss furchtbar brannte,
er schreiend aus der Hitze rannte.
Darauf sprang er ins kühle Becken,
um seine Glieder frisch zu strecken.
Er paddelte mit recht viel Kraft,
weil Schwimmen neue Frische schafft.
Doch schluckte er beim Kraulen Wasser –
da war er innen noch viel nasser!
Nun lag er auf der Liege still,
weil er Massage haben will.
Der Kneter drückte gar nicht zart,
sondern auf Bäckermetzgersart,
und drängte Muskelnkrämpfe fort.
Er stöhnte laut bei jedem Wort!
Am Abend saß der Mensch beim Wein,
schlug sich drei volle Gänge rein
und dachte bei der Sahnetorte:
„Ich bin geknetet, heiß gegart,
durchweicht und kahl und recht beschabt...“
Und ging – um sich zu erholen – nach Hause.
(Aua.)
SDR
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