Vom Halten und Loslassen {298}
Ein Gedicht von
Jacob Seywald
Du weißt eigentlich, wie's besser ginge,
so gut und gern, wie du's erfährst,
so oft, wie du mit Trauermiene
an meines Herzens Ärmeln zerrst.
Für dich sollt ich eine Hilfe sein,
nur möcht ich deine Schmerzen meiden.
Doch ich will auch lernen mit,
statt nurmehr wegen dir zu weinen.
Ich ließe ab, ließ los und alles sein,
könnte ich dich endlich sehen,
könnte ich dich von dem Bild befreien,
an dessen Rahmen wir vergehen.
Ich nehm mit, mach nach,
steck alles rein,
wenn ich um's neue Leben streite.
Und so wird man dabei sicher sein,
dass ich bei dir gleich mitarbeite.
Jacob Seywald XIII
für meine Mutter
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