Unter fremden Himmel

Ein Gedicht von Marcel Strömer
Sie verließen mich,
jene, die sich Familie nannten.
Ich wurde gegeben,
als wäre ich ein Gegenstand mit Atem.
Ein Kind
in fremden Armen,
unter fremden Dächern.

Und doch hing mein Himmel
noch voller Geigen.

Nachts zog ich die Decke über den Kopf,
mein selbstgemachter Sternenhimmel.
Dort träumte ich mich fort,
weil kein Engel kam,
obwohl man mir von ihnen erzählte.

Ich faltete meine Hände aus Gehorsam.
Verstand das Bild von Jesus nicht.
Erst als Mann sprach ich mich los
von dem strengen Gott,
und begegnete später einem anderen:
Mitgefühl.
Wärme.
Liebe ohne Forderung.

Ich suchte mich.
Und als ich mich endlich fand,
verließen sie mich wieder.

Erst abgegeben.
Dann fortgestoßen.
Dann ging ich selbst.

Und blieb am Ende
allein bei mir.


© Marcel Strömer
[Magdeburg, 16.02.2026]

Informationen zum Gedicht: Unter fremden Himmel

2 mal gelesen
(Es hat bisher keiner das Gedicht bewertet)
-
16.02.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Marcel Strömer) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.