Unter den Linden
Ein Gedicht von
Nico Fender
Unter den Schatten der Alten wandere ich
und das Herzblatt liegt in meiner Hand.
Zu dem alten Spielplatz zog es mich,
auf den ich früher nie Ruhe fand.
Von Hügeln umzogen, in Stufen ganz nach oben,
verbunden mit dem alten Kletterhaus aus Holz.
Und am Rande jener Hügel schon recht steil gezogen,
eine Seilbahn, des Spielplatzes ganzer Stolz.
Die zwei Schaukeln in rostigen Ketten,
erzählen von Kindern, die sich zu den Sternen schwangen.
Und wann immer wir uns draußen herumgetrieben hätten,
wussten wir, irgendwann würden auch wir dorthin gelangen.
Am Spielplatz grenzt ein langer Pfad,
an Acker, Häuser und der Dorfsirene vorbei.
Und war auch so manch ein Tag dunkel und hart,
wusste ich: Hier war ich frei.
Nun stehe ich wieder bereuend vor dir,
Nebst dem Gotteshaus aus rotem Stein.
Stille, hier redet keiner mehr mit mir,
Stehe mit den Toten allein.
Wo sind sie jetzt, die Sterne?
Regen prasselt auf die Vergessenen nieder,
Das Heulen der Sirenen kommt aus der Ferne
und ich weiß, ich komme wieder.
Unter den Linden wandere ich.
Frage mich, bist du eins mit Ihnen geworden?
Kurz schaue ich zurück und fühle mich
Als wäre hier auch etwas in mir gestorben.
N. Fender
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