Unter demselben Regen

Ein Gedicht von Chandrika Wolkenstein
Der Regen trifft alle. Die Mäntel sind nass.
Die Augen sind müde, die Gesichter blass.
Das Wasser sammelt sich in schweren Schuhen.
Unter dem Vordach ist Platz, sich auszuruhen.

Man steht ganz nah, fühlt sich doch allein.
Kein fremdes Problem darf das eigene sein.
Jeder steht in seinem Anderswo.
Und jeder lässt es einfach so.

Man lebt, als ob hier niemand fehlt,
auch dann, wenn einer leise geht.
Weil nur das eigene Leben zählt,
sieht keiner, wer im Regen steht.

Informationen zum Gedicht: Unter demselben Regen

07.11.2026
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