Überidentifikation mit beruflicher Rolle
-Fiktion –
Er identifiziert sich mit der Rolle
als Psychotherapeut derart,
dass er als Mensch, auch im Privatleben,
nicht mehr in Erscheinung tritt.
Seine Rolle, die ihm nach eigenem
Dafürhalten auf den Leib geschneidert ist,
hat er so internalisiert, dass sie ihm
nicht nur in Fleisch und Blut übergegangen ist,
sondern seine DNA umgeschrieben hat.
Er sieht in allen Menschen nur noch
hochgradig psychisch Gestörte,
die sich seiner höchst kompetenten Hilfe
unverzüglich anvertrauen sollten.
Er ist nicht mehr in der Lage,
das „Menschliche“ in Menschen zu sehen,
somit auch das Normale ihrer Macken.
Für jeden, der ihm in die Fänge gerät,
hat er eine passende Diagnose parat
und kann es kaum erwarten, ihnen
seine Therapie angedeihen zu lassen.
In seinem Metier kann ihm keiner
das Wasser reichen.
- Er ist und bleibt der Größte -
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