Über Grenzen hinweg

Ein Gedicht von Birgit Klingebeil
Es liegen Meilen zwischen uns,
aus Ländern, Straßen, Raum und Zeit.
Der Alltag fordert seinen Tribut,
da wirkt die Welt dann viel zu weit.

Der Wind zieht kühl durch leere Straßen,
ich spür die Sehnsucht, die mich lenkt,
weil man in Kilometern misst, zu sehr,
wie oft ein Mensch an einen denkt.

Aber Kilometer sind nur Zahlen,
geschrieben auf ein Stück Papier.
Sie zeichnen Linien auf der Karte,
doch trennen sie mich nicht von dir.

Denn wo du bist, da bin auch ich,
im selben Takt, im selben Licht.
Die Sehnsucht ist der stille Beweis:
Ein wahres Band zerbricht man nicht.

Die Ferne mag den Körper halten,
den Blick, die Hand, den Augenblick,
doch schickt die Seele jeden Abend
die Liebe stumm zu dir zurück.

So trennt die Welt uns nur zum Schein,
solang der Himmel uns vereint.
Wir teilen uns den gleichen Mond,
der nachts auf unsere Wege scheint.



© Birgit Klingebeil
[2026]

Informationen zum Gedicht: Über Grenzen hinweg

08.11.2026
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