Traumgesicht

Ein Gedicht von Helga
Ich sitz in grün umkränzten Gärten,
wo junge Paare sich vertraulich küssen,
und bunte Vögel spielend sich umwerben,
dort wünsch ich mir von ganzem Herzen,
du wärst heut Nacht bei mir.

Der Schlaf verschließt mir sanft die Augen,
sogleich erscheinen Bilder, wundersam,
mir träumte, Bacchus säße neben mir
und reichte mir den Becher edlen Weins,
er sah wohl meine Sorgen
auf meiner jungen Stirne ruhn;
er forderte mich auf, den Rebensaft zu trinken,
dann könnt ich wieder fröhlich sein,
und Kummer, Leid, sie müssten weichen.

Gern nahm ich den gereichten Becher
und setzte schon zum Trinken an,
da stand verborgen hinter Bacchus: Cupido,*
den spitzen Pfeil gerichtet auf mein Herz,
vor Schreck entglitt der Becher meiner Hand-
und mit ihm schwand zugleich der schöne Traum.

Mein Durst, er blieb.
Verflixt, so dacht ich still bei mir:
hätt ich doch erst getrunken,
den verwünschten Becher
bis zum letzten Tropfen leer.

Anmerkung: im allgemeinen Sprachgebrauch auch
Amor ( römisch) oder Eros (griechisch)
genannt

Informationen zum Gedicht: Traumgesicht

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02.07.2026
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