Tanzteezeiten

Ein Gedicht von Hans Hartmut Dr. Karg
Tanzteezeiten

Ja, immer älter werden die Gäste
Und mit ihnen altere natürlich auch ich.
Da werden dann ruhiger unsere Feste
Und Frühsehnsüchte erfassen auch Dich.

Wie war das vor einem halben Jahrhundert?
Da gab's jugendliche Ausgelassenheit.
Damals habe ich junge Frauen bewundert,
Deren Ausschnitt führte zum ganz kurzen Kleid.

Jetzt tanze ich mit den Graumelierten,
Wir Weißhaarigen sind noch eng beieinander –
Und weil das Knistern wir immer spürten,
Gehen wir jetzt auch spät auseinander.

Unser Geist ist noch blitzblank und hellwach,
Selbst wenn mitunter die Knochen knacken
Und wir mit einem ächzenden „Ach“
In tiefe Sessel nach dem Tanz versacken.

Wie waren die früheren Zeiten doch geil,
Als die Wünsche noch unerfüllt ausgebreitet,
Uns damals traf Amors herrlicher Pfeil,
Der uns direkt zur Erfüllung geleitet...


©Hans Hartmut Karg
2020

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Informationen zum Gedicht: Tanzteezeiten

158 mal gelesen
06.12.2020
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Hans Hartmut Dr. Karg) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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