Tantaloswelt

Ein Gedicht von Hans Hartmut Dr. Karg
Tantaloswelt

Stets hab' ich den Stein nach oben gewälzt,
Ihr habt ihn mir wieder hinunter gerollt.
Ständig war auf Hoffnung ich eingestellt,
Doch hat offenbar nur mein Wille gewollt.

Sagt ja nicht, ich hätt' nicht versucht
Die Beziehung am Leben zu halten,
Hätte nicht Eure Nähe gesucht,
Um Begegnungen neu zu gestalten!

Allein Missgunst hat verblendet,
Was einmal naturwüchsig lebte.
Doch Ihr habt Signale gesendet,
Womit schließlich alles abebbte.

Nähe kann man ja nicht erzwingen,
Wenn der Gemütsstein abwärts rollt
Und Glückwünsche nur noch hohl klingen,
Weil Nähe und Edelmut nicht mehr gewollt.

Deshalb lasse den Stein ich halt unten,
Wenn Begegnungsfreuden Euch fern.
Doch vergesst nicht in einsamen Stunden:
Ich habe Euch immer noch gern!


©Hans Hartmut Karg
2019

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Informationen zum Gedicht: Tantaloswelt

151 mal gelesen
13.01.2019
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Hans Hartmut Dr. Karg) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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