Sturm über den Auen
Ein Gedicht von
Robert Späth
Fließend der Fluss, der alles davon trägt,
meine Schritte, meine Stimme,
meine leisen, trüben Gedanken.
Regen schlägt gegen mein Gesicht
wie Worte, die ich nie ausgesprochen habe.
Weiden biegen sich,
und ich bücke mich,
als könnte ich ihre Last teilen.
Fluss zerstört die Auen
spüre, wie er auch mich zu verschlingen sucht.
Jeder Kiesel, jeder Tropfen wie ein Schlag
gegen meine geschundene Seele.
Ich schreie in den Wind
doch der Wind kennt meine Sprache nicht.
Blitze spalten die Wolken,
fühle ihre Kälte in meinem Blut.
Himmel grollt über mir,
so wie ich grolle über das Leben,
über alles, das mir entgleitet.
Ich bin nass bis auf die Knochen,
ich bin schwer wie die Erde,
ich bin ein Atemzug,
der vom Sturm zerfetzt wird,
und doch stehe ich,
zitternd, aber lebend,
Unwetter spiegelt meinen Namen.
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