Stille Genießer

Ein Gedicht von Gudrun Nagel-Wiemer
Schweigend sitzen sie am Tisch
in einer großen Runde.
Man genießt das Essen,
zur späten Abendstunde.

Max möchte etwas sagen
ist aufgeregt und drängelt,
weil sich auf Vaters Brot,
ein kleines Tierchen schlängelt.

Sein Vater unterbricht ihn:
"Beim Essen spricht man nicht."
Max schaut nun besorgt,
verzieht schon das Gesicht.

Der Hausherr ist zufrieden
und beißt beherzt ins Brot.
Max hält seinen Atem an,
- das kleine Tier ist tot.

"Was wolltest du noch sagen?",
fragt der Papa nach dem Essen.
"Das hat sich jetzt erledigt,
du hast den Wurm gegessen."

Gudrun Nagel-Wiemer

Informationen zum Gedicht: Stille Genießer

13 mal gelesen
(Eine Person hat das Gedicht bewertet. Der Durchschnitt beträgt 5,0 von 5 Sternen)
1
19.03.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Gudrun Nagel-Wiemer) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.