Sich den Weg in die Freiheit bahnen

Ein Gedicht von Ingrid Baumgart-Fütterer
- Was man von einer Schnecke lernen kann –

Sie traut sich aus ihrer Deckung
setzt sich der Umwelt schutzlos aus,
streckt achtsam ihre Fühler aus.
Sinne auf Empfang geschaltet
tastet sie sich langsam vorwärts,
um Gefahren auszumachen.
Aber auch um ihre Freiheit
-nun nackt und bloß – zu genießen,
sich nicht eingeengt zu fühlen.
Sie will aus sich herausgehen
und neues Terrain erkunden,
Mut fassen und Hoffnung schüren.
„Altes“ will sie zurücklassen,
somit unnötigen Ballast,
„unbeschwert“ den Weg fortsetzen.
Lange genug hatte sie sich
in ihr Schneckenhaus verkrochen,
dabei Wachstumschancen verpasst.
Innere Stärke ist ihr Schutz,
wächst mit der Herausforderung,
der sie sich täglich beherzt stellt.
Sie wächst über sich selbst hinaus,
verzieht sich in ihr Schneckenhaus
nur zum Ausruhen und Schlafen.

Informationen zum Gedicht: Sich den Weg in die Freiheit bahnen

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25.04.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Ingrid Baumgart-Fütterer) für private und kommerzielle Zwecke frei verwendet werden.