Schweigen der Laternen
Ein Gedicht von
Max Vödisch
Die Nacht legt ihr Ohr an Beton,
zählt Atem, der zwischen Mauern zerbricht.
Ein fernes Leuchten hält stur seine Position,
wie ein Gedächtnis aus flackerndem Licht.
Ich gehe durch Straßen, vom Tag noch bewohnt,
wo Asphalt die Hitze der Stunden noch kennt.
An Kreuzungen stehen Laternen geklont,
wie Fragen aus Glas unter dem Firmament.
Gesichter gleiten vorbei ohne Ziel,
kein Blick hebt sich aus dem Moment.
Die Stimmen sind laut, doch sie sagen zu viel,
bis jedes Echo sich selbst nicht mehr kennt.
Ich rufe ins Dröhnen, das keiner mehr hört,
vor dem Schweigen, das langsam euch frisst.
Doch jedes Wort, das sich atmend empört,
zerbröselt im klaren Laternenlicht.
Ein Wind zieht die Spuren aus Staub an die Wand,
als wollte er flüchtig im Gehen verstehn.
Die Lichter verharren als Wächter im Land,
als hätten sie alles schon kommen gesehn.
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