Schlaftrunken
Nur widerwillig
schält sich mein Geist
durch den dichten Nebel.
Noch schläfrig
quält er sich verwaist
zurück ins reale Leben.
Zaghaft langsam
nimmt er sein Los an,
hängt am Gewahrsam
hinterm Traumvorhang.
Schmerzhafte Gram
bereitet ihm sein Erwachen,
bitterer als Lebertran,
Erinnerungen verflachen.
Dieser Nachtextrakt,
das süße dunkle Fruchtfleisch,
sehnsüchtiger Nachgeschmack,
nie genug davon gespeist.
Im zitternden Seufzer
schmiegt ein Kuss sich an,
drängt zum Laternenleuchter
vor dem Schleusengang.
Kaum den Tag begonnen,
nur die neue Nacht im Sinn.
Resterinnerung mitgenommen,
wünscht mich mittendrin.
Es grenzt an kalten Entzug,
die Nacht zu kurz empfunden.
hab vom Tag mehr als genug,
bin lieber schlaftrunken.
© meteor 2026
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