ROTE APOTHEOSE

Ein Gedicht von Dmitry Garanin
Aus rosa Schmelze stieg die Sonne,
wie rotes Eisen, neu geboren.
Die Gräser schliefen; ihre Wonne,
ihr grünes Kleid, schien ganz verloren.

Das Blau war tot, war ganz zerstoben,
kein Balsam mehr für müdes Sehen.
Nur Schatten wagten, kühn erhoben,
zur letzten Schlacht noch aufzustehen.

Der ganze Raum, vom fernen Rande,
ertrank in dichten Scharlachfluten;
sie rückten an als Front im Brande,
und nichts war mehr als rote Gluten.

Und alle andern Farbgestalten
verblassten unter Purpurschleiern,
die ließen eigene Ströme walten –
doch währte kurz nur dieses Feiern:

Sogleich erschien, nach roten Bächen,
der neue Tag mit seiner Bürde,
damit die Farben wieder sprächen,
damit es blaugelbgrüner würde.

United Airlines, 26 August 2019

https://sites.google.com/view/dgaranin

Informationen zum Gedicht: ROTE APOTHEOSE

08.11.2026
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