Papierschicksal

Ein Gedicht von Hans Hartmut Dr. Karg
Papierschicksal

Es gibt vielleicht der Götter letzte Häme,
Dass Klopapier und Nachschub jetzt ausgehe,
Damit der Mensch sich wieder einmal schäme,
Wenn er nur auf die Pflicht des Schicksals sehe.

Plumpsklo hieß früher manches kleine Häuschen,
Wo allen alte Zeitungen schon reichten,
Man lange saß zu einem stillen Päuschen,
Es etwas strenger roch und Winde streichten.

Dort war man frei und für sich ganz allein,
Niemand konnte einen da verfolgen.
Man musste erst im Wohnhaus wieder sein,
Um Hygieneregeln zu befolgen.

Darüber können Menschen gar nicht lachen,
Wenn im WC die Rollen sind verspätet,
Hochrot der Sitzende gleicht einem Drachen,
Im Mangel laut und herzzerreißend betet.

Wir sind's gewohnt, dass alles immer da,
Uns ja nichts kommt dort in die Quere,
Weil die Erwartung den Erfolg schon sah,
Als noch der Darm bereitet' Erdenschwere.

Mensch, Götter haben's auch nicht leicht,
Ihr Wesen kennt ja weder Druck noch Blase,
Doch wo diese Dich haben erreicht,
Hilft Dir kein Flehen, keine Blumenvase...


©Hans Hartmut Karg
2020

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Informationen zum Gedicht: Papierschicksal

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10.10.2020
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Hans Hartmut Dr. Karg) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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