OK, einmal drücke ich ein Auge zu

Ein Gedicht von Lisa Nicolis
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Warum zum Kuckuck tut sie das?
Die hat wohl eine Meise.
Die Nachtigall, ganz ohne Spaß,
die ist gar nicht so leise.

Ich kannte sie nur aus dem Buch
und aus diversen Versen.
Nachts war sie heute zu Besuch,
hielt mir sich an die Fersen.

Und sang, und trällerte und schlug
und pfiff in hohe Tönen.
Weiß gar nicht, wie ich das ertrug,
lag leidend da im stöhnen.

Nachts um halbdrei schreckst aus dem Schlaf,
weißt nicht, was wollt dich wecken.
Zähltest jetzt lieber Schaf für Schaf
-doch Nachtigaln am Baum dich necken!

So oft ich auf die Uhr dann schau,
trällert sie laute Weisen,
'ne Stunde hab ich nun Radau,
das kann ich gut nicht heißen.

Bis jetzt dacht ich, die Nachtigal,
die sei verträumt und süßer.
Jetzt weiß ich, dass ihr Überschall
nachts anmutet viel fieser.

Am Tag da würde mich ihr Lied
ganz sicherlich betören,
doch nachts, wenn dir der Schlaf entflieht,
da kanns nur einfach stören.

Lisa Nicolis

Übrigens hat Google mir verraten, dass Nachtigallen nachts gern so'n Radau machen. Ob Google recht hat, weiß ich nicht. War es ein anderer Piepmatz entschuldige ich mich, dass ich ihn zur Nachtigall gemacht habe!

Informationen zum Gedicht: OK, einmal drücke ich ein Auge zu

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03.05.2026
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