Nacht am Fenster

Ein Gedicht von Lewin Dunkel
Nacht am Fenster

Lange saß er am Fenster.

Draußen hing Nebel zwischen den Häusern.
Die Gärten waren verschwunden.
Nur einzelne Lichter glommen noch
durch die frühe Dunkelheit.

Er dachte an Menschen,
deren Stimmen einst selbstverständlich gewesen waren.

Wie seltsam, dachte er.

Ein ganzes Leben kann vergehen,
und am Ende bleibt manchmal
ein bestimmter Blick,
ein Satz,
der Geruch eines Sommertages.

Vieles verschwindet.

Doch manches bleibt zurück
wie Licht auf einer Fensterscheibe,
lange nachdem die Sonne untergegangen ist.

Informationen zum Gedicht: Nacht am Fenster

10.10.2026
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