Nach Sonnenuntergang

Ein Gedicht von Chandrika Wolkenstein
Ich weiß,
dass ihr meine Filme noch seht.
Eure Liebe kommt hier an,
gedämpft,
wie Wärme durch Stein
nach Sonnenuntergang.

Ich halte sie aus.

Den Rest
darf der Kompost haben.

Ja, ich bin zurückgekommen,
um meine Hände
in Erde zu stecken.

Sie fragt nicht,
ob ich glücklich war.

Sie nimmt alles:
Ruhm, Männer, Filme
und macht daraus
etwas Grünes.

Ihr fragt,
ob ich meinen Frieden habe.

Einige meiner Rollen
liegen noch in mir
wie blonde Splitter.

Ich war klüger,
als ihr mich brauchtet.
Trauriger,
als ihr sehen wolltet.
Lustiger,
als ihr verdient habt.

Was Hugh betrifft:
Manche Männer glauben sogar,
sie könnten sich im Tod dazulegen.

Die Bohnen brauchen Halt.
Ich nicht mehr.

Informationen zum Gedicht: Nach Sonnenuntergang

2 mal gelesen
(Es hat bisher keiner das Gedicht bewertet)
-
21.05.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Chandrika Wolkenstein) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.