Mut, kehr zurück

Ein Gedicht von Marie Mehrfeld
Zornig grauer Himmel,
lastest so tränenschwer mir
in der hohlen Hand,

Zeit, du tropfst zu schnell,
und mein Morgengebet weicht
klaglos dem Dunkel des Schattens,

Luft in den Ritzen der Gemäuer,
die mein Zuhause waren,
selbst sie atmet schwerer;

und ich renne, renne
rings um den Kirchenturm,
ganz ohne Sonntagsgeläut;

nur der junge Tag bricht
immer wieder an aufs Neue
nach schwarzer Nacht;

und mein Katerfreund
mit dem senffarbenen Blick,
der verwilderte Streuner,

er trägt Trost in den Augen;
doch das grüne grüne Gras,
es welkt viel zu früh,

mir fehlen Haut und Wärme
und deine geflüsterten Worte,
mir fehlt Umarmung;

und das Hoffen, es flieht
vor der Ahnung der Endlichkeit;
Mut, kehr zurück zu mir …

M.M.

Informationen zum Gedicht: Mut, kehr zurück

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08.03.2026
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