Morgens im Bad

Ein Gedicht von Gudrun Nagel-Wiemer
Ach, was ist das für ein Morgen,
im Gesicht sieht man die Sorgen,
Heute früh ist gar nichts schick,
- Haare struppig, Augen dick.

Ich kämpfe mit den Tränensäcken,
versuche sie schon abzudecken,
leider klappt das heute nicht,
- also Wasser ins Gesicht.

Sehe müde aus und schlapp,
brauche heute wohl make up,
was die Nacht zutage bringt,
wir jetzt einfach weg geschminkt.

Haare bürsten und noch steylen,
Zähne putzen, Nägel feilen,
und jetzt, wie an jedem Tage,
auch noch ruckzuck auf die Waage.

Ich hab´ ein Kilo zugenommen,
wie ist es nur dazu gekommen?
Vermutlich war `s das große Eis.
Alles hat wohl seinen Preis...

So, jetzt gebe ich auch Ruh
und hänge den Spiegel einfach zu.
Mein Gatte sitzt am Frühstückstisch,
wie immer, gut gelaunt und frisch.

Er sieht mich an und lächelt froh.
Das macht er jeden Morgen so.
Plötzlich platzt es aus ihm raus:
Schatz, du siehst bezaubernd aus.







Gudrun Nagel-Wiemer

Informationen zum Gedicht: Morgens im Bad

25.10.2026
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