Mit allem von gestern
Gestern steckt mir noch in den Knochen
nicht nur als Erinnerung,
mehr als Gewicht,
als feiner Staub in den Kammern des Herzens,
den selbst das Licht nicht fortnimmt,
sondern sichtbar macht.
Ich gehe nicht leer in diesen Morgen.
Ich trage die ungesagten Worte,
die Blicke, die geblieben sind,
die Liebe in ihrem verstummten Kleid,
und die Müdigkeit der Seele,
die nicht vom Schlaf kommt.
Wie sollte da ein Anfang rein sein.
Wie sollte das Neue
nicht den Geschmack der Nacht noch auf den Lippen tragen,
nicht Schatten im Saum,
nicht den Nachhall dessen,
was mich gemacht und verwundet hat.
Vielleicht beginnt nichts anders.
Vielleicht ist jeder Aufbruch
nur eine zitternde Fortsetzung,
ein erster beherzter Schritt
durch den Schutt des Gewesenen,
ein kaum hörbares Lösen
im dunklen Geäst der Brust.
Und vielleicht ist das genug.
Nicht ,dass das Vergangene schweigt,
sondern dass es nicht mehr allein spricht.
Dass neben seine dunkle Stimme
ein hellerer Ton tritt,
noch unsicher,
noch fern,
aber wirklich.
So beginne ich.
Nicht ohne das Gestern.
Nicht gegen es.
Sondern mit allem,
was in mir blieb,
und dennoch
dem Licht entgegen.
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