Mißverständnisse

Ein Gedicht von Hans Witteborg
Mißverständnisse
Ein Affe, der in einem Zoo
sich sicherer und behaglich fühlte
als als in der Wildnis irgendwo
er sich im Zoo auch nicht verkühlte.
Von hier, mit all den anderen Affen,
da sah er durch die Scheiben
sehr viele Menschen ihn begaffen,
vor dem Gehege stehen bleiben.
Der Affe wunderte sich sehr,
doch war ´s nicht vor Entzücken
vorm Fenster sammelten sich noch mehr
die Nase platt zu drücken.
Die Armen, denkt der Affe jetzt,
das halt ich für verkehrt,
man hat die Wesen wohl gehetzt
und dann hier eingesperrt.
Voll Mitleid bietet er sodann,
weil Affen freundlich sind,
durch ´s Glas eine Banane an
so einem kleinen Wesen-Kind.
Sieh, Papa, sagt der Hosenmatz,
so ´n Affe ist doch blöd
hat das Gehirn von einem Spatz,
als wenn das durch die Scheibe geht!----
Der Affe aber dreht sich um,
das Obst selbst zu verspeisen.
Wie ist ein Wesen nur so dumm
ihn so zurückzuweisen!

Informationen zum Gedicht: Mißverständnisse

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22.03.2020
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Hans Witteborg) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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