Melancholia
Ein Gedicht von
Sven Stroh
Und manchmal ist es einfach zu viel
Weitläufiges Ganzes, schwierig subtil.
Die Komplexität vom endlichen Sein
Suchend ein Platz, im weltlichen Schein.
Verloren im Sog der Grenzen der Zeit
Noch so viel zu tun, im Herzen bereit.
Die Kräfte gebündelt, Aufwand enorm
Dem eigenen Leben die passende Form.
Ein einsamer Weg, die Schritte sind schwer
An einem Ort Elend, und dort elitär.
Viele Gedanken, Reflexionen vom Selbst
In unruhigen Träumen zur Bettkante wälzt.
Schönheit zu greifen, die Farben verstehen
Das Grau akzeptieren, Sinne verdrehen.
Oft ist es ok, was täglich passiert
Und doch gibt es Tage, wo Hoffnung pausiert.
Scheitern verkraften, auf Knie gesunken
Die Hände ergreifen, aus der Nähe gewunken.
Es geht kaum allein, der Rucksack zu schwer
Geben und Nehmen, dann ist es fair.
Trotz tiefer Weite herrscht Monotonie
Gestrandet am Rand in der Peripherie.
Die Reise zur Mitte, ein ständiger Krieg
Schlacht mit sich selbst, wackeliger Sieg.
Überall Böses, es waltet und schreit
Säfte des Lebens, entzogen im Streit.
Die Grenzen im Raum, vernarbt dicke Haut
Die Seite des Guten zu oft schon verbaut.
Ein stiller Verfall, die Hände gebunden
Aus Passivität Versagen empfunden.
Zu wenig getan, die Lösung verkannt
Das eigene Nichts in Demut erkannt.
Finden und Trennen, ein stetiger Kreis
Wir laufen auf Bahnen, rastlos voll Schweiß.
Die Pausen sind kurz, Erschöpfung zersetzt
Atemlos auf dem Boden, geblieben verletzt.
Das Leiden, die Freude immerzu projiziert.
Die Formel des Lebens ständig variiert.
Streben nach Sinn, zu den Lichtern hinaus.
Bis hin zur Erlösung, die Kerze ist aus.
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