Mein Date mit Fräulein Mückebein

Ein Gedicht von Ernestine Freifrau v
Eine Mücke summt am Tellerrand,
ich heb ganz schnell die linke Hand.
Was willst du denn, du Mückenvieh,
meine süße Suppe, die kriegst du nie.

Sie hat meine Suppe aber voll im Blick,
und nen gemeinen Plan, als Angriffstrick.
Frech dreht sie noch eine fette Pirouette,
der tückische Angriff erfolgt, ich wette.

Ich heb nun die Hand und schlage zu
und denke, dann gibt sie sicher ruh.
Schlag zu, mit meiner allergrößter Kraft,
in der Stube verteilt sich der Suppensaft.

Nun bin ich doch ein bisschen pikiert,
doch die garstige Mücke frech jubiliert.
Oh Graus, ich habe sie nicht getroffen,
mein Gott, war ich denn so besoffen.

Sie lächelt noch frech und süffisant,
bringt mich an des Wahnsinns Rand.
Mein nächster Schlag, ein schneller,
trifft dann noch voll den neuen Teller.

Porzellanscherben mächtig fliegen,
Mücke ich werde dich doch besiegen.
Die Mücke schlägt noch einen Haken,
denkt, ich tricks ihn aus den Starken.

Doch ich in meiner aller vollsten Wut,
prophezeie, der nächste Schlag wird gut.
Die Mücke aber filigran und sehr zart,
schlägt durchdacht vorher zu, auf ihre Art.

Weil ich geblendet war von der Sonne,
sticht sie mich in aller vollster Wonne.
Auch Mücken haben erotische Interessen,
auf mein Blut war sie halt voll versessen.


Ernestine Freifrau von Mollwitz
mageba

Informationen zum Gedicht: Mein Date mit Fräulein Mückebein

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13.05.2022
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Ernestine Freifrau v) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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