Manege frei

Ein Gedicht von Gudrun Nagel-Wiemer
Laut ertönt der Eröffnungstusch,
„Manege frei“ im Zirkus Busch.
Der Direktor schwingt den Zylinder,
im Zirkuszelt jubeln die Kinder.

Fröhlich führt er durchs Programm
und kündigt die Artisten an.
In knapper weißer Glitzerrobe,
kommen sie aus der Garderobe.

Faszinierend, was ich gerad´ sehe,
in schwindelerregender Höhe,
werden Kunststücke zelebriert.
Ich hoffe nur, dass nichts passiert.

Leise ertönt ein Peitschenhieb,
Lipizzaner tanzen nach Musik,
majestätisch glänzen sie im Licht.
Der Zirkus hält, was er verspricht.

Kinderlachen liegt in der Luft,
ein Clown in kunterbunter Kluft,
treibt die Stimmung auf die Spitze.
Pascal macht wieder einmal Witze.

Vier Löwen mit zotteliger Mähne,
trotten durch die Sägespäne.
Wird es dem Dompteur gelingen,
dass sie durch den Reifen springen?

Die Raubtiere bewegen sich nur träge,
fühlen sich nicht wohl in der Manege.
Plötzlich zeigen die Löwen Regung.
In diese Show kommt jetzt Bewegung.

Erinnerungen, die nur noch schwach,
werden plötzlich wieder wach.
Diese schöne, bunte Zirkuswelt,
hat alles auf den Kopf gestellt.

Ja, da wird das Herz ganz schwer.
Tiere sieht man nun nicht mehr.
Nur Artisten und Clownerie,
sorgen heute noch für Euphorie.

Informationen zum Gedicht: Manege frei

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29.04.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Gudrun Nagel-Wiemer) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.