Männer aus Sicht der Frauen, Satire

Ein Gedicht von Armin Lammer
Männer
aus Frauensicht


Sie sind viel schlechter als ihr Ruf,
wie sie selbst am besten wissen.
Männer, wie der Herr sie schuf,
und wir sie leider leiden müssen.

Männer sind die größten Helden,
ihr Rat ist überall von Nöten,
sie ändern und bewegen Welten –
hört man ihre Stammtisch-Reden.

Ihr Wort ist allen Offenbarung,
ihr Urteil ist für jeden klar,
sie deklarieren als Erfahrung,
was seit Jahrzehnten Unsinn war.

Sie richten über Politik
in Kommune, Land und Bund,
ihr größtes Wort ist die Kritik,
meist ohne Hirn und ungesund.

Sie bringen jedes Wild zur Strecke
und jede Schweinerei ans Licht –
sie denken bis zur nächsten Ecke
und kriegen dort die Kurve nicht.

Die allermeisten Männer schauen
auf Po, Figur und das Gesicht,
auch auf die Kleidung ihrer Frauen.
Bei sich selber tun sie`s nicht.

Männer gehen oft, gewöhnlich
schon mit dreißig aus der Form,
werden dick und unansehnlich -
ihr Verfall ist ganz enorm.

Sandalen, Socken, unrasiert,
kurze Hosen, Stachelbeine,
kaum gewaschen, schlecht frisiert -
mancher stinkt wie Pest und Schweine.

Um dennoch überzeugt zu sein,
dass jede Frau von ihm nur träumt
und -lässt sie sich mit ihm nicht ein-
des Lebens Höhepunkt versäumt.

Bis in ihre letzte Phase
sind Männer hinter „Weibern“ her -
noch zahnlos und mit Säufernase.
Zu Hause ist die Flasche leer.

Männer werden, Gott sei Dank,
weil selbst die Viren manchen meiden,
nicht allzu häufig ernsthaft krank.
Doch wenn sie`s sind, sind ihre Leiden

über alle Maßen groß.
Sie sind in allergrößter Not;
ein kleines Bisschen Fieber bloß
und sie sind so gut wie tot.

Sie dürfen sich nicht viel bewegen,
wenn sie ihre Krankheit pflegen,
heißer Tee mit reichlich Rum
ist Medizin und Tonikum.

Drei Ärzte gleich sind Mann zu Willen,
der Kranke ist der Qualen voll:
Er hat die Schränke voller Pillen
und weiß nicht, was er nehmen soll.

Wenn es denn die Männer wären,
die schwanger werden und gebären,
dann wären wir schon übermorgen
mangels Nachwuchs ausgestorben.


Am Steuer zeigt ein rechter Mann,
wie gut und schnell er fahren kann.
Sind außer ihm doch nur Idioten
als Autofahrer aufgeboten.

Er fährt auch unter Alkohol
noch besser als der Rest der Welt;
sein Auto dient ihm als Symbol
für Kraft und Sex, für Macht und Geld.

Er drängelt, drückt, fährt viel zu schnell,
unverschämt und ungeniert;
oft überholt er kriminell –
bislang ist ihm ja nichts passiert.

Die Frau ist ihm so lieb wie teuer –
in der Küche, hinterm Herd.
Doch er hasst sie hinterm Steuer,
er tobt, wenn sie nach Vorschrift fährt.

Was könnte einen Mann bewegen,
(s)eine Frau bei Tag, bei Nacht,
so zu lieben, so zu pflegen,
wie er`s mit seinem Auto macht?!

Warum nur glauben alle Männer,
dass sie die besten Frauenkenner
und allen überlegen sind?
Dabei sind doch die meisten blind.

Auch der, dem nur der Durchblick fehlt,
erkennt meist nicht, was wirklich zählt.

Den Mann beeindruckt nicht sehr viel ---
außer Sex und Sex-Appeal.

Sie brüsten sich mit Bettgeschichten
und überbieten sich mit Zoten,
sie geben sich, wenn sie berichten,
nur die allerbesten Noten.

Die sich keiner je verdient,
denn keiner hat so viel auf Lager.
Die meisten großen Männer sind,
was Frauen anbetrifft, Versager.

Zu Hause sind sie eher prüde,
sie kommen früh, begreifen spät.
Physisch sind sie meistens müde
und psychisch in der Pubertät.

Es war nicht Gottes beste Tat,
dass er den Mann erschaffen hat.


Nein, mit den Männern ist nichts los,
sie haben einen Vorteil bloß:
Wir lägen einsam in den Betten,
wenn wir die Kerle gar nicht hätten.

Informationen zum Gedicht: Männer aus Sicht der Frauen, Satire

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16.06.2026
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