Licht des Abendsterns
Ein Gedicht von
Robert Späth
Der Tag in leisen Falten stirbt
die Zeit sich selbst nicht mehr erkennt,
Atem zündet irgendwo im der Unendlichkeit
einem einzelnen Stern sein stilles Herz an. ✨
Brennt nicht laut.
Ruft nicht nach uns.
Doch fällt sein Licht
wie eine Erinnerung auf unsere Gesichter —
sanft, um Wunden zu berühren,
tief, um alte Namen zu wecken.
Unter seinem Schimmer
werden Gedanken zu Schatten,
werden Schatten zu Gestalten,
welche uns ansehen mit Augen
gleich versäumten Träumen.
Stehen wir da,
Menschen aus Vergangenheit und Vergänglichkeit,
mit Händen, die Festhalten suchten,
doch immer nur Zeit verinnen sahen.
Licht des Abendsterns
weiß um stillen Niederlagen.
Kennt die Briefe, die nie geschrieben wurden.
Umarmungen, die dem Stolz geopfert.
Träume, die Menschen begruben,
um nicht mehr hoffen zu müssen.
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