Letzte Warnung

Ein Gedicht von Birgit Klingebeil
Ein leises Ticken füllt den Raum,
will unsere blinde Ruh’ zerstören.
Bald endet jäh der tiefe Traum,
sollten wir nicht darauf hören.

Vom Polareis, das im Meer ertrinkt,
dem Zorn der Atome, tief im Schacht.
Und vom Feuer, das zum Himmel winkt,
wird diese Uhr in Gang gebracht.

Der Zeiger rückt, er zittert sacht,
kein Halten gibt es, kein Zurück.
Wir stehen an dem Rand der Nacht,
verspielt ist einmal unser Glück.

Die Not wird nun in Maß gefasst,
von Bitterkeit das Werk erzählt.
Die Macht ist nur noch eine Last,
da wir das Falsche oft gewählt.

Die Uhr erhört nicht unser Flehen.
Und steht der Zeiger erst ganz oben,
werden wir starr im Abgrund stehen; 
vom Sturm der Zeit hinweg gehoben.

Nutzt kluge Köpfe, tätige Hände,
bevor der letzte Vorhang fällt.
Erzwingt noch heute eine Wende,
eh’ ewige Nacht die Uhr anhält.



© Birgit Klingebeil
[2026]

Informationen zum Gedicht: Letzte Warnung

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12.07.2026
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