Kein Wind
Kein Wind.
Nur diese große, helle Faust
über den Dächern.
Der Nachmittag kniet
und kommt
nicht wieder hoch.
Fenster blenden.
Die Vorhänge hängen reglos,
als hätten sie das Wehen verlernt.
Asphalt atmet Teer.
Kein Blatt wagt eine Geste,
kein Vogel schneidet durch den Himmel.
Auch ich bin kaum noch Bewegung.
Nicht aus Frieden,
nicht aus Müdigkeit,
sondern weil die Luft
mich fesselt
mit unsichtbaren Händen.
Die Hitze macht aus allem
ein Standbild der Erschöpfung:
das Blatt,
die Wand,
den Mund,
die angehaltene Uhr.
Und irgendwo,
sehr weit im Innern,
geht ein Wunsch nach Regen
barfuß
über glühende Steine.
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