Karnevalsonett

Ein Gedicht von Sonja Dworzak
Ich setz mir heut ein Lächeln ins Gesicht,
nicht, weil die Welt auf Wunder eingestellt.
Doch einmal wird das ganze Regelwerk
ganz leis beiseitgeschoben durch das Licht.

Der Ernst zieht ab, verwundert und verzicht’,
die Stadt wird Bühne, jede Rolle zählt.
Ich lach nicht tief, doch ehrlich in der Welt,
ohn´ dass mein innerst Sein zerbricht.

Die Zeit hält an, setzt Maske auf und schweigt
und merkt erstaunt: Sie wird heut nicht vermisst.
Ein Augenblick genügt als Narrenthron.

Denn wer sich selbst für Stunden gehen lässt,
entkommt dem Zwang, der sonst das Leben ist,
und kehrt zurück mit frohem herzen schon.

SDR

Informationen zum Gedicht: Karnevalsonett

08.01.2026
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