Karl und der Schokopudding

Ein Gedicht von James Rogers
Der kleine Karl, furchtbar neugierig,
mitten in der Nacht, da schleicht er sich
leise in die Küche:
„Oh, welch’ schön’ Gerüche!“,
denkt seufzend er,
„Oh nein, das wird ja schwer!“
Der Schokopudding steht auf dem Schrank,
dem Karl das Herz in die Hose sank.

Doch für unsern Karl ist’s kein Problem,
der hat Grips, der wird’s schon drehen.
Der Stuhl, er ist sein Retter,
schon erscheint ihm alles netter.
So greift er nach der Schüssel,
oh nein, welch’ ein Schlamassel!
Die Schüssel fällt klirrend auf den Boden,
sie zerbricht: „Verdammich, das wird Ärger geben!“

Ängstlich schaut Karl herunter,
das macht ihn ganz und gar nicht munter!
Der leckere Pudding macht sich selbstständig!
„Das gefällt mir nich’!“
denkt er,
es bedrückt ihn sehr.

Das Wegwischen macht kein Spaß,
da schneidet er sich am Glas.
Tränennass ist sein kleines Gesicht,
seine Nacht ist dies wirklich nicht.
„Es tut weh, ich muss sterben!“,
schreit Karl, seine Hand voll Scherben.

Da steht sein Vater, aufgebracht und böse,
er, Karl, ist so ein Schnösel.
„Junge, nun sei doch leise,
spinnst du, hast du ’ne Meise ? »

Dann liegt der Karl in seinem Bett,
das findet er richtig nett.
Es war ein Traum, ein böser Traum,
unser Karl, der glaubt es kaum.
Und da steht sein Vater, müde und verschlafen,
„Junge, du machst Sachen!“

Erleichtert springt unser Karl von seinem Kissen,
um seinen Vater zu küssen.
„Papa, ich mag kein Schokopudding mehr,
Vanillepudding gefällt mir sehr.“

So kam es, dass unser Karl nie wieder etwas aß,
in dessen Name das Wort Schokolade saß.

Informationen zum Gedicht: Karl und der Schokopudding

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04.06.2013
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