Inselverstärkung

Ein Gedicht von Wolf-Rüdiger Guthmann
Ich sitze bei der Fähre
auf der uralten Bank.
Die Brotbüchse uns nähre,
kommt sie hungrig und schlank.

Ich schaue gen Osten,
wo die Sonne aufgeht
und hoffe der Fischerposten
das Schiff bald erspäht.

Sie hat mir geschrieben,
modern im Internet,
sie käm früh um sieben
und viel Gepäck mit hätt.

Ich bin kein Ostfriese,
auch wenn ich hier wohne.
Der Hausarzt empfahl diese
staubfreie Nordseezone.

Nun kommt meine Liebe,
ein Mädel vom Land.
Sie sagte, dass sie bliebe,
ihre Liebe sei mein Pfand.

Wir wollen es versuchen,
die Liebe soll zünden,
die Krankheit verfluchen,
um eine Familie zu gründen.

Jetzt seh ich die Fähre,
wie die Schafe so grau.
Sie schaukelt im Meere
mit ihrer Fahne weiß-blau.

Der Dampfer riecht warm,
der Motor macht Schluss.
Ich nehm sie in den Arm
und wir üben den Kuss.

02.08.2019 ©Wolf-Rüdiger Guthmann

Informationen zum Gedicht: Inselverstärkung

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02.08.2019
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Wolf-Rüdiger Guthmann) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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