Inselperspektive

Ein Gedicht von Marcel Strömer
Ich sitze auf einer Insel
und sehe die Schiffe am Horizont versinken.
Die Füße, sie fühlen die Schreie der Fische,
die mit ihren Flossen den Engeln gleichen.
Das Meer setzt an mit hässlicher Grimasse,
lacht schaurig und äugt durch graue Fluten.
Im Grunde liegt alles in der staubigen Tiefe,
unter den Massen drückt Schuld und Gewissen.
Niemand ist wirklich so frei und erhaben,
dass er auf den Wellen spazieren gehen könnte!
Wir surfen oder segeln über Illusion und Wunsch,
wir werfen unsere hungrigen Netze und suchen,
und wenn wir das finden, das uns Anker wird,
dass dann unser Herz ein Segel setzt,
erst dann werden die Wasser ruhig und still,
zuletzt trocknen die Meere unsere Tränen.




© Marcel Strömer
(Magdeburg, den 20.07.2015)

Alle Rechte vorbehalten, besonders das Recht auf Vervielfältigung und Verbreitung, sowie Übersetzung. Kein Teil des Textes darf ohne schriftliche Genehmigung des Autors reproduziert oder verarbeitet werden!

Informationen zum Gedicht: Inselperspektive

20.07.2015
341 mal gelesen
Danke für deine Rückmeldung.
Dieses Gedicht hat 0 Leser gefallen und 0 Leser berührt.
5,0 von 5 Sternen bei 1 Bewertung
Das Gedicht darf nur mit einer Erlaubnis des Autoren kopiert oder veröffentlicht werden. Jetzt Anfrage stellen.