Im Storchennest

Ein Gedicht von Ingrid Bezold
Die Storchendame Lilly
saß wartend dort am Wassertor,
doch keine Spur von Willie,
der ihr doch stets die Treue schwor.

Gar viele Int´ressenten flogen
quickie- lauernd ins Quartier.
Das war ziemlich ungezogen -
das AUS folgte in hohem Bogen.

Doch plötzlich stand ein Machostorch
stolz, dominant in ihrem Nest.
Mit Schnabelhieben und :“ Gehorch!
Dann klappern wir auch noch den Rest.“

Lilly gab sich nun geschlagen;
denn ihr Willie kommt nicht mehr.
Jetzt galt's, Neues mal zu wagen …
Sonst bleibt der Horst vom Nachwuchs leer.
                             *
Der neue Mann zückt seinen Schnabel;
stakt forsch zur Auserwählten hin:
„Ich finde dich so ganz passabel -
wär´gern für dich dein Fridolin.“

Lilly schreitet mit Bedacht,
dann beginnt der Klappertanz.
Als die Leidenschaft erwacht,
strahlt der Horst im Hochzeitsglanz.
                            *
                        03/25

* Nach einem Bericht in der Zeitung *
(C) Ingrid Bezold

Informationen zum Gedicht: Im Storchennest

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25.03.2026
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