Im Dämmergrau der verlorenen Welten
Ein Gedicht von
Max Vödisch
Wo Asphalt riecht nach altem Regen,
wankt Pegasus durch die Nacht,
sein glanzloses Fell auf trüben Wegen,
hat einst sein Stolz zu Gold gemacht.
Die Flügel schwer, vom Alter müde,
das Silber weicht dem kalten Grau,
verloschen ist die glänzende Blüte,
sein Schritt verhallt im Morgentau.
Daneben geht eine dunkle Gestalt,
vom Ruß der Jahre dicht umhüllt,
wo Phönix einst als Lichtblick galt,
ist seine Glut nur noch verhüllt.
Sein Kleid aus Ruß und grauer Asche,
ein letzter Rest vom alten Streben,
er greift vergebens in die Tasche,
um sich noch einmal zu erheben.
Der Ikarus am Rande steht,
die Hände wund vom alten Schmerz;
wenn sein Blick zum Himmel geht,
erbebt noch immer stumm sein Herz.
Er hebt die Schwingen voller Liebe,
will nur das Licht einmal berühren;
doch eh er hoch im Wind verbliebe,
muss er den Sturz aufs Neue spüren.
Sie teilen stumm die große Leere,
die Einsamkeit in kalter Nacht,
ein Streben nach der alten Ehre,
das ihnen nur noch Trauer macht.
Und doch im Fallen, Staub und Stein,
bleibt tief im Innern eine Spur:
Ein leises Flehen, nicht allein zu sein,
in ihrer Welt der rückwärts laufenden Uhr.
Das könnte Sie auch interessieren