„Ich“, das Problemkind

Ein Gedicht von Caeli
Kein Kind hab‘ ich gefunden
Keine Seele mehr die träumt
Mich selbst kaum überwunden
Bin durch die Zeit gestreunt

Ein Herz hab‘ ich gebrochen
Dann gehört von all dem Leid
Seit ´zig hunderten von Wochen
Das Schicksal vorwärts treibt

Ich selbst hab‘ nichts zu klagen
Mir selbst geht es ja sehr gut
Meine Wünsche jedoch schlagen
Inzwischen manchmal um in Wut

Eingeladen daran zu zerbrechen
Werde ich hoffnungslos und leer
Will mich an den Feinden rächen
Meine Gedanken werden schwer

Bin ziemlich alt schon an Jahren
Mir selbst nicht immer Freund
Will Frieden allermeist bewahren
Um mich sich ’s langsam bräunt

Ja, die Welt und ihre leisen Lieder
Ich glaube niemand hört mir zu
Fürchte, sie verklingen in Bälde wieder
Es passt genau derselbe alte Schuh

Der Mensch führt seine Glieder
Stets über glatten, ebnen Pfad
Vergisst erlebtes Leid schnell wieder
Vergisst schnell, woran es ihm lag

Die Vergangenheit der Jungen
Scheint diesen oft nicht schön
Wonach die jungen Seelen verlangen
Erzeugt bei den Alten bloß Gestöhn

Des Lebens Reife ersetzen Drogen
Fehlende Bildung oft der Trieb
Deshalb werden Junge oft betrogen
Verhalten sich oftmals wenig lieb

Der Konflikt der Generationen
Spaltet uns und unsern Frieden auf
Übrigens: Nach Opas Informationen
Bekam der ‘s noch mit Stock und Knauf

Der eine Ring um uns zu knechten
Der schmolz in Feuers Glut und Hitze
Wird neu geschmiedet von den Rechten
Durchs Zwergenland fahren grelle Blitze

***

Die Welt der Alten ist längst vergessen
Auch deren Ängste vor einem neuen Krieg
Erinnern daran wäre ja geradezu vermessen
Gabs für uns damals ja auch keinen Sieg...

***

Das Gedicht lässt sich kaum fassen?
Wie geht's Dir, der Du das liest?
Willst sicher deine Worte fallen lassen
Kannst Du doch hören, was Du siehst?

Will kaum ahnen wohin es führt
Du Menschenkind und alter Geist
Wenn man an deine Seele rührt
Ob sich Gemeinsamkeit beweist?

Die Selbstverständlichkeit beflügelt
Den dessen Flügel längst verbrannt
Der Übermut, und der so ungezügelt
Der zieht heutzutage durch das Land

Die Klarheit ins Krasse überzeichnet
Ist das Morgen heute längst erdrückt
Wir wissen, was sich zum Verstehen eignet
Sind durch Sensationslust hoch beglückt

Interessen waren nie diffuser
Hobbies scheinen fast verrückt
Wenn ich als ein smart AI-User
Im Urlaub der Alltagswelt entrückt

Wir brausen mit dem Wagen
Nehmen die Welt im Flug
Bewahren uns das Sagen
Und scheinen äußerst klug

***

Es ist mir nun ganz nach enden
Hier, zwischen meinen Wänden
Eingemauert in meinem kleinen Hirn
Das Mobile heischt nach festem Zwirn


© Auris cAeli

Informationen zum Gedicht: „Ich“, das Problemkind

6 mal gelesen
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30.11.2025
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Caeli) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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