Hymne für Gisèle

Ein Gedicht von Chandrika Wolkenstein
Man hat dir angetan, was Sprache sprengt,
was selbst die Nacht kaum tragen kann.
Man(n) hat kein Mitleid dir geschenkt.
Dein Henker war dein eig’ner Mann.

Sie kamen wie zu einem Fest,
im Schutz der Tür, im Schutz der Nacht.
Und jeder wusste, was er tat,
Und hat dennoch mitgemacht.

Doch du hast dich nicht still ergeben.
Du hast das Schweigen nicht bewahrt.
Du gingst ans Licht und nanntest Namen,
und deine Stimme wurde hart.

Du hast gezeigt: Nicht wir sind schuldig.
Nicht unser Leib trägt diese Schuld.
Die Schuld liegt dort, wo Männer nehmen
und tarnen ihren Hass als Männerkult.

Informationen zum Gedicht: Hymne für Gisèle

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18.02.2026
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