Herbstlaunig

Ein Gedicht von Chandrika Wolkenstein
Heute trägt der Himmel
seinen schlecht sitzenden Pullover.
Ein Ärmel hängt im Fluss.

Ich gehe vor die Tür,
um meine Gedanken zu lüften.
Der Wind nimmt gleich
den mit der Einkaufsliste.

Vor der Bäckerei
klebt ein Blatt an meinem Schuh.
Es will offenbar mit.

Die Bäume machen sich Luft.
Überall liegt,
was gestern noch zu ihnen gehörte.

Nur ich trage diesen einen Satz
seit Wochen in der Manteltasche.
Beim Waschen ist er kleiner geworden,
aber weicher nicht.

Nachmittags kommt die Sonne
für einen unangemeldeten Besuch.
Ich lasse alles stehen.

Sogar meine schlechte Laune
rückt ein Stück
auf der Bank.

Informationen zum Gedicht: Herbstlaunig

26.10.2026
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