Grauer Sonntagmorgen...
Ein Gedicht von
Inga Wolff
Warmes Kaffeearoma
ringt mit schweren Gedanken
am grauen Sonntagmorgen
auf engen Luftwegen nach Lösungen,
leichten, Lippen, Licht, Liebe.
Farbige Ahnungen, wahllos
in vertrauten Formen.
Ich liebe diese stillen Morgende,
unausgesprochene Worte, kaum gedachte,
innere Bilder in unwirklich getauchten
Farben, sich verändernd im Wechsel,
mich gleichzeitig als Betrachter
verzaubernd in eine andere Welt.
Am Fenster ziehen herbstliche Äste der Birken
magisch meinen Blick auf sich.
Noch vereinzelt sepiafarbene Blätter
im lautlosen Spiel des Windes
tanzend um hochgewachsene,
schlanke, weiße Stämme, vor lichtem Blau,
während ich im Bewusstsein dessen Schönheit
vergeblich um Worte ringe.
Ich liebe, ohne Ausgrenzung.
Glücklicher Moment,
Seele im Augenblick.
Erkennen, Loslassen, nicht urteilen;
nicht über andere, nicht über sich selber.
Nichts wollen, wunschlos sein.
Ich fühle Liebe.
Ich bin.
Alles ist gut.
© iwo 2009
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