Getrennt zusammen

Ein Gedicht von Chandrika Wolkenstein
Die Einsamkeit kommt nach Mitternacht,
wenn letzte Bahnen müde Menschen tragen,
wenn jedes Fenster Licht entfacht,
und nahe Lippen nichts zu sagen wagen.

Sie setzt sich zwischen zwei erschöpften Leibern
die einander einmal Heimat waren,
die sich nichts mehr zu sagen haben,
und hört ihrem Schweigen zu
zum Zeitvertreib.

Am Morgen geht einer zuerst.
Der andere kann noch liegen bleiben.
Ein jeder frühstückt allein und schweigend
und denkt dabei, den Blick verneigend
„Wenn du doch jetzt hier bei mir wärst.“

Informationen zum Gedicht: Getrennt zusammen

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19.07.2026
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