Gebet auf kalten Fliesen

Ein Gedicht von Chandrika Wolkenstein
Irgendwo
in einer Küche ohne Musik
steht ein Mensch barfuß
auf kalten Fliesen.

Er gießt eine halb tote Pflanze
mit einer Sorgfalt,
die fast schon Gebet ist.

Nicht weil die Pflanze schön ist,
sondern weil irgendetwas
leben soll.

Wenn schon nicht wir,
dann wenigstens
dieses kaum sichtbare Dennoch.

Informationen zum Gedicht: Gebet auf kalten Fliesen

02.06.2026
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